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Selbsterkenntnis in der Zeit der Ratlosigkeit, Teil 3
Die folgenden Betrachtungen beruhen auf dem dritten und letzten Band von Lorenzo Ravaglis umfangreicher Trilogie Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert [1], einem 615 Seiten umfassenden Werk über die Geschichte der Gesellschaft von 1983 bis 2000. Ravaglis Trilogie erhebt nicht den Anspruch, eine vollständige Enzyklopädie der Geschichte der Gesellschaft zu sein, behandelt jedoch zentrale Themen im Hinblick auf das Selbstverständnis der anthroposophischen Bewegung eingehend.
Ausgehend von Aristoteles’ Politik [2] schreibt Ravagli eingangs [3], dass alle Kulturbewegungen drei Phasen durchlaufen: die heroische, die mythologische und die aufgeklärte. Die erste Phase ist vor allem durch Rudolf Steiner geprägt – durch den Helden, wenn man so will –, der mit neuen Ideen auf nahezu allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens danach strebt, die Zivilisation des Abendlandes [4] wieder zu spiritualisieren. Mit Steiners Tod im März 1925 beginnt die mythologische Phase. Durch Worte und Taten bemüht man sich, die Intentionen des Gründers weiterzuführen. Anfang der 1980er-Jahre, schreibt Ravagli, ungefähr zu jener Zeit, als der französische Philosoph Jean-François Lyotard [5] sein einflussreichstes Werk, Das postmoderne Wissen (1979), veröffentlicht, beginnt die mythologische Phase abzuklingen, und man gleitet langsam in Aristoteles’ dritte Phase hinüber: die Aufklärung.
Und Aufklärung, so kommentiert Ravagli, schließt Zweifel und Kritik mit ein. In der dritten Phase findet dies seinen deutlichsten Ausdruck in Form intensiver und konfliktreicher Auseinandersetzungen über die Konstitution der Gesellschaft. Ob diese Diskussionen oder die dritte Phase als solche zu jener radikalen Selbsterkenntnis führen, die Ravagli in den beiden vorangegangenen Bänden eingefordert hat, oder vielmehr in eine Lähmung des Handelns münden, bleibt offen. Ebenso offen ist die Frage, wie sich das Bestreben der Anthroposophie, die Zivilisation des Abendlandes wieder zu spiritualisieren, angesichts der Folgen der Masseneinwanderung, eines wachsenden islamischen Einflusses und der Entstehung von Parallelgesellschaften ausnimmt. Ähnlich wie in der allgemeinen Haltung des Abendlandes wird diese Frage vonseiten der Gesellschaft bislang mit einem nahezu tabuisierten Schweigen beantwortet – als wolle man sich ihrer entscheidenden Bedeutung für die weitere Entwicklung des Abendlandes nicht stellen. Und Steiners Äußerungen über den Islam werden verborgen gehalten, ihr Inhalt unter den Teppich gekehrt.

In den 1980er-Jahren zeigen die Pfeile für die Gesellschaft nach oben. Die Zahl der Mitglieder wächst weiter, und es finden mehrere große Veranstaltungen statt. Auch die Tochterbewegungen wachsen, allen voran die Schulbewegung. 1984 tritt Rudolf Grosse als Vorsitzender zurück, und Manfred Schmidt-Brabant (1926–2001) übernimmt das Amt, das er während des gesamten von Band 3 behandelten Zeitraums innehat. Interessanterweise fällt der Wechsel an der Spitze mit dem Übergang von der mythologischen zur aufgeklärten Phase zusammen. Die Unterschiede zwischen den beiden Phasen werden dadurch unterstrichen, dass Jørgen Smit sich deutlich von dem mythologischen Schleier distanziert, mit dem man Rudolf Steiner nach dessen Tod bis dahin umgeben hatte. Mit klaren Worten warnt er vor der „äußerst gefährlichen“ Vorstellung, der Vorsitzende der Gesellschaft sei ein Nachfolger Rudolf Steiners [6]. Das sind neue Töne. Ravagli bezeichnet die Äußerung denn auch als ein bemerkenswertes Eingeständnis [7]. Mit Jørgen Smits Tod im Mai 1991 verstummt eine der klarsten und deutlichsten Stimmen der Anthroposophie auf internationaler Ebene – so wie man in Norwegen mit Harald Haakstads [8] allzu frühem Tod im Jahr 2015 eine seiner besten Stimmen verlor.
Während einer Michaeli-Tagung am Goetheanum im Herbst 1986 äußert Martin Barkhoff seine Sorge darüber, dass die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft auch nach sechzig Jahren noch zu keiner einzigen „unmittelbaren Geist-Erfahrung“ geführt habe [9]. Der Sturm zieht vorerst vorüber, doch schon wenige Jahre später, 1988, wird die Glut erneut angefacht.Diesmal ist es der etwas obskure estnisch-russische Mystiker und spätere Katholik Valentin Tomberg [10], der die Glut zum Schwelen bringt. Indem er behauptet, das Ausbleiben weiterer Offenbarungen aus der geistigen Welt – was eigentlich die Aufgabe der Hochschule sein sollte – bedeute den geistigen Tod der Bewegung, trifft er, so Ravagli [11], den Finger genau in die Amfortas-Wunde.Was bei dieser Kritik jedoch unberücksichtigt bleibt, ist die Tatsache, dass die Hochschule in ihrer gegenwärtigen Gestalt – mit nur einer von drei vorgesehenen Klassen – noch unvollendet ist.
In einer nebelverhangenen, grauen Morgendämmerung des 3. November 1992 wird die Urne Rudolf Steiners heimlich vom Goetheanum an eine noch nicht fertiggestellte Gedenkstätte auf der Anhöhe oberhalb von Dornach überführt. Die Mitglieder erfahren erst einige Wochen später davon [12]. Der Vorstand begründet die Verlegung damit, dass der Urnenraum im Goetheanum voll sei. Selbst wenn dies zutreffen sollte, erinnert der Vorgang doch an den Beginn eines Dekonstruktionsprozesses Rudolf Steiners – eines Prozesses, der während der Amtszeit Bodo von Platos* [13] als Vorsitzender zwischen 2001 und 2018 noch erheblich an Fahrt gewinnen sollte.1993 kommt es zu einer Konfrontation zwischen der Redaktion der Zeitschrift Das Goetheanum und dem Vorstand. Zwei Jahre später verschärft sich die Situation weiter, ausgelöst durch Amnon Reuvenis Artikel Pseudowissenschaftlichkeit und Dogmatismus [14], in dem er unter anderem Christoph Lindenberg (1939–1999) [15] vorwirft, Steiners Biografie von seiner Individualität zu lösen und seine Aussagen zu relativieren. Der Konflikt endet damit, dass Manfred Schmidt-Brabant ihn aus der Redaktion entlässt. Der Vorgang spiegelt den tieferliegenden großen Konflikt wider, der die Gesellschaft in den 1990er-Jahren prägt: zwischen jenen, die Steiners zivilisatorische Gedanken für die Gegenwart fruchtbar machen wollen (Reuveni), und dem, was man als den konservativeren, manche würden sagen systemtreuen Flügel bezeichnen könnte (vertreten durch Lindenberg und die deutsche Landesgesellschaft). In Reuvenis Augen betrieben diese einen intellektuellen Relativismus, der Steiner verflachte und ihn gewissermaßen unschädlich machte. Unabhängig davon, welche Etiketten man den beiden Flügeln geben will, behauptet Ravagli jedenfalls, dass die Situation eine Krise des Selbstverständnisses in einer Gesellschaft darstellte, die sich selbst als „die freieste aller Gesellschaften“ verstand [16].

1996 wird Paul Mackay [17] Mitglied des Vorstands. Im darauffolgenden Jahr beauftragt Manfred Schmidt-Brabant ihn mit der Leitung einer Kommission, die sich mit der Frage der Konstitution befassen soll [18]. Ziel ist es, das Verhältnis ein für alle Mal zu klären.Mit einem ganzen Arsenal von Steiner-Zitaten bewaffnet, behauptet Mackay, die Anthroposophie sei keine Weltanschauung, sondern eine Erfahrung der Welt, verbunden mit dem ebenso unklaren wie vagen Anliegen, eine Kultur des Herzens zu pflegen. Darüber hinaus vertritt er die Auffassung, dass die Gesellschaft 74 Jahre nach ihrer Gründung ihre Antworten auf die eigenen Fragen außerhalb ihrer selbst finden müsse.Eine Erkenntnisgesellschaft ohne Erkenntnisfragen, kommentiert Ravagli lakonisch [19], sei jedoch eine überflüssige Gesellschaft. Indirekt schimmert dabei seine Einschätzung durch, Mackay sei ein Dilettant. Mithilfe handverlesener Steiner-Zitate und luftiger Formulierungen versuche er, sein mangelndes Verständnis für die Aufgabe der Anthroposophie – die Re-Spiritualisierung des Abendlandes [20] – zu verbergen. Dies spiegelt sich auch in Mackays mangelnder Durchsetzungskraft wider: Die von ihm geleitete Kommission bringt ihre Arbeit nicht zum Abschluss.
Es ist, als hätte man aus den unheilvollen Ausschlüssen von Ita Wegman und Elisabeth Vreede im Jahr 1935 [21] nichts gelernt, denn die 1990er-Jahre sind das Jahrzehnt, in dem Ausschlüsse wieder auf der Tagesordnung stehen. Auf der Grundlage schlecht dokumentierter Vorwürfe des Antisemitismus wird 1998 der russische Schriftsteller und Philosoph Gennadij Bondarew [22] ausgeschlossen. Wie Reuveni hatte auch der umstrittene Bondarew nicht die Gewohnheit, seine Worte auf einer Goldwaage abzuwägen. Mit tief empfundenem russischem Engagement und Pathos nahm er kein Blatt vor den Mund. Seit Langem hatte er den geistig-moralischen Niedergang des Abendlandes kritisiert und war auch mit scharfen Worten gegen die Nomenklatura der Anthroposophischen Gesellschaft vorgegangen [23]. An Christoph Lindenberg gerichtet – und damit gewissermaßen auch an die deutsche Landesgesellschaft – schrieb er, „dass im Laufe der Jahre viele Anthroposophen das Verständnis für die Geisteswissenschaft verloren haben“ und „dass keine Lehre, die im Laufe ihrer Entwicklung unter den Menschen entstanden ist, so viel Kritik von den eigenen Anhängern erfahren hat wie die Anthroposophie“ [24].
Als wären die inneren Auseinandersetzungen nicht schon genug, sieht sich die Gesellschaft fortlaufend einer in Teilen ebenso unsachlichen wie heftigen Kritik in den Medien ausgesetzt: Steiner wird vorgeworfen, ein Sexualmagier, Antisemit und Rassist gewesen zu sein. Die Gesellschaft sei eine Sekte, und wer weiß, welchen Unrat man in Wahrheit während der Eurythmiestunden an den Waldorfschulen treibe.Die teils heftigen Rassismusvorwürfe gegen Steiner, die ab Mitte der 1990er-Jahre und darüber hinaus erhoben wurden, sind an anderer Stelle ausführlich behandelt worden, unter anderem von Cato Schiøtz in der Zeitschrift Libra [25]. In seinem Buch liefert Ravagli eine gut dokumentierte Darstellung des gesamten Komplexes. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass der Begriff der „Rasse“ durch den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg eine andere und weitaus anrüchigere Bedeutung erhalten habe als jene, die zu Steiners Zeit noch allgemein verbreitet gewesen sei.Zur Entstehung der Rassismusvorwürfe gelangt er zu folgender Analyse:
„Im Kern ging es bei den Vorwürfen um die Unvereinbarkeit der Anthroposophie mit den egalitären Narrativen, die sozialrevolutionäre Gruppen als neues dominierendes Narrativ in den westlichen Gesellschaften zu etablieren versuchten. Ihre tiefste Motivation war von einem puritanisch-jakobinischen Eifer getragen, alle und alles in einem innerweltlichen Paradies gleichwertig zu machen.“ [26]

Von all den aufwühlenden Debatten, die im Laufe der Jahre wie ein Alpdruck auf der Gesellschaft zu lasten scheinen, ragt die Konstitutionsdebatte dennoch weit über die anderen hinaus. Doch neben den formalen Fragen, die sie aufwirft, kann sie auch als Ausdruck einer Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies – der Weihnachtstagung – verstanden werden.Wenn man nur den Schlüssel wiederfindet, der das magische Tor aufschließt, werden sich die Konflikte lösen, die Gegensätze aufgehoben und die unmittelbare geistige Erkenntnis wieder frei strömen. Doch was gewesen ist, ist gewesen, und es gibt keinen Weg zurück. Damit steht man gewissermaßen, mehr oder weniger unfreiwillig, auch an einem Punkt der Freiheit und der Möglichkeiten: Alles muss neu geschaffen werden – oder untergehen.Die Klassenstunden der Hochschule sind Hilfsmittel auf diesem Weg. Die entscheidenden und schwierigen Schritte jedoch muss jeder Einzelne selbst gehen.
Der Ursprung der Konstitutionsdebatte geht auf Zusammenkünfte in den Jahren 1924 und 1925 zurück, insbesondere auf eine [27], bei der Steiner nicht anwesend war. Bei diesem Treffen sollen – in einem erneuten Versuch, die Gesellschaft in das Schweizer Handelsregister eintragen zu lassen – einzelne Statuten der Weihnachtstagungsgesellschaft verändert und neu formuliert worden sein, wodurch man ihr heimlich die tödliche Wunde zufügte.Wie konnte es dazu kommen? Man vermutet ein falsches Spiel. Es wird gemunkelt, dass Dokumente plötzlich verschwunden seien [28]. Einige müssen sich zusammengeschlossen, konspiriert, vielleicht sogar eine Art Putsch verübt haben. Manche betreiben regelrechte Detektivarbeit, um das Rätsel zu lösen – ohne Erfolg. Doch auch wenn die Theorien in alle möglichen Richtungen auseinanderlaufen und Aussage gegen Aussage steht, herrscht zumindest Einigkeit darüber, dass etwas schiefgelaufen ist. Was dieses „Etwas“ war, bleibt allerdings ebenso umstritten.Und wer ist der große Bösewicht? „Guenther Wachsmuth, der Jurist!“, rufen einige.Natürlich, ein Jurist! Es musste ja so kommen. Jeder weiß schließlich, dass Juristen nicht zu trauen ist. Mephistopheles ist mit Sicherheit Jurist. Aus Goethes Faust weiß man schließlich, wie der Hase läuft. Wenn jemand die Kunst beherrscht, Worte und Sachverhalte so lange zu verdrehen und zu wenden, bis am Ende niemand mehr weiß, wer was wann getan hat, dann sind es die Juristen. Und Wachsmuth, der an sämtlichen umstrittenen Sitzungen teilnahm, war Jurist. Mehr noch: Er war der einzige Jurist. Da wird man ja geradezu mit den Fingern in der esoterischen Bonbonkiste erwischt. Doch Wachsmuth starb 1963 und kann sich nicht mehr verteidigen. Im Zweifel muss daher die Unschuldsvermutung gelten. Denn ebenso gut könnte die Erklärung weit weniger konspirativ sein: Ohne Steiners Anwesenheit war keiner der Teilnehmer an diesen Sitzungen – Guenther Wachsmuth eingeschlossen, der damals gerade einmal 32 Jahre alt war – in der Lage, sich so zu formulieren, dass seine Worte Steiners Intentionen vollständig zum Ausdruck gebracht hätten. Stattdessen blieb man im konventionellen Gewohnheitsdenken stecken, das schon seit Jahrzehnten wie eine feuchte Hand auf der Gesellschaft lag. Man könnte sogar sagen, dass die Weihnachtstagung und Steiners Neugestaltung der Gesellschaft ein letzter Versuch waren, die Anthroposophie von der unsichtbaren Mauer eingefahrener Denkmuster zu befreien, die sie umgab. Wie dem auch sei: Die Vorgänge rund um die Neufassung der Statuten der Weihnachtstagung waren bedauerlicherweise weder das erste noch das letzte Mal, dass man an den eigenen Möglichkeiten scheiterte. Sie können vielmehr als ein weiteres Beispiel für das Einzigartige an Steiners elastischem Denken gelten. Dieselbe Überlegung ließe sich im Übrigen auch auf die soziale Dreigliederung anwenden. Weil sie mit dem konventionellen Gewohnheitsdenken bricht und quer zu ihm steht, das das Abendland prägt – insbesondere im politischen Denken, wo man sich aus intellektueller Bequemlichkeit an einer Rechts-links-Achse festklammert –, ist auch die Dreigliederung dazu verdammt, als schwer verständlich zu gelten.
Eine zentrale These Ravaglis lautet, dass die Krise des anthroposophischen Selbstverständnisses die Krise des Selbstverständnisses des Abendlandes widerspiegelt. So wie man in den Konstitutionsdebatten der Gesellschaft nach etwas sucht, von dem man spürt, dass es auf dem Weg verloren gegangen ist, sucht auch das Abendland nach seiner verlorenen Identität. In beiden Fällen erlebt man, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas zerbrochen oder verloren gegangen ist. Für die Gesellschaft ist 1925 das Schicksalsjahr. Und auch wenn man sagen kann, dass Hitlers Machtübernahme 1933 für das Abendland den endgültigen Bruch markiert, beschreibt die Aussage von Manfred Klett [29] (1933–2025), dass in den 1960er-Jahren „die alte, christliche Agrarkultur endgültig begraben“ und durch eine industrielle Landwirtschaft ersetzt wurde [30], auf eindringliche Weise, wie die kulturellen Werte des Abendlandes entwurzelt worden sind.
Zu Beginn des Buches schreibt Ravagli, dass das Esoterische (oder Spirituelle) der verdrängte Schatten des Abendlandes sei, der seine säkularisierten Gesellschaften heimsuche. Es werde weder mit sich selbst Frieden finden noch seine zivilisatorische Entwicklung fortsetzen können, solange es sich nicht wieder mit diesem Schatten vereinige [31].Auf ähnliche Weise wird auch die Anthroposophische Gesellschaft keinen Frieden mit sich selbst finden und nicht imstande sein, das Abendland wieder zu spiritualisieren, solange sie sich nicht mit ihrem verdrängten Schatten versöhnt. Die Geschichte der Menschheit wird fortwährend geschaffen, und bei Steiner, so schreibt Ravagli [32], besteht der einzige Sinn der Geschichte [33] in der Verwirklichung der Freiheit. Der Weg dorthin ist unendlich weit und verlangt große innere Anstrengungen. Sich der wirklichen Gründe für das eigene Handeln bewusst zu werden [34], erfordert jene radikale Selbsterkenntnis, die Ravagli in seinen drei Bänden über die Geschichte der Gesellschaft einfordert.
Ostern 2025
[1] Herausgegeben von der Ernst-Michael-Kranich-Stiftung, 2022
[2] Vidarforlaget, 2007
[3] S. 9–11
[4] „Abendland“ ist ein Sammelbegriff für Europa und den Westen. Ravagli verwendet den Begriff im gesamten Buch konsequent.
[5] https://snl.no/Jean-François_Lyotard
[6] S. 37
[7] S. 38
[8] https://libra.antropos.no/artikler/minneord-om-harald-haakstad/
[9] S. 125
[10] https://en.wikipedia.org/wiki/Valentin_Tomberg
[11] S. 202
[12] S. 327
[13] https://anthrowiki.at/Bodo_von_Plato
[14] S. 408
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Lindenberg
[16] S. 394
[17] https://anthrowiki.at/Paul_Mackay
[18] S. 511
[19] S. 518
[20] S. 518/519
[21] Selbsterkenntnis in der Zeit der Ratlosigkeit, Teil 1 / Band 1
[22] https://anthrowiki.at/Gennadij_Bondarew
[23] S. 538
[24] Ebd.
[25] Cato Schiøtz: „Steiner und der Antisemitismus“, Libra 1/2025.
[26] S. 449
[27] 8. Februar 1925
[28] Peter Schleip: „Was geschah in Dornach am 3. August 1924?“, Ein Nachrichtenblatt, Nr. 17, 11. August 2024
[29] https://www.sektion-landwirtschaft.org/en/sv/in-memory-of-manfred-klett-1933-2025
[30] S. 305
[31] S. 10/11
[32] S. 132
[33] Ravagli verwendet hier den aristotelischen Begriff Telos.
[34] S. 132
Übersetzt aus dem norwegischen Originaltext von 2025
Copyright John Michael Hudtwalcker, 2025
